Stammzellbehandlung hat das Leben eines Jugendlichen aus Janesville nachhaltig verändert Drucken E-Mail
Montag, 27. Juli 2009 um 11:39 Uhr

Quelle: Gazette Xtra.com

 

 JANESVILLE — Sie müssen den 16jährigen Kyle Knopes nicht zweimal fragen, ob der Krankenhausaufenthalt auf der anderen Seite den Erde den Aufwand wert war.

“Auf jeden Fall” und “vollkommen,” sagen Kyle und seine Mutter Penny.

Kyle zeigt uns, wie er nun in der Lage ist seine Faust zu öffnen und jeden einzelnen Finger auszustrecken - etwas, was er bis vor kurzem noch nicht ohne Hilfe tun konnte.

Kyle und seine Familie sind vor einigen Tagen aus China zurückgekommen, wo er acht Stammzellinjektionen erhalten hat, die nach Aussage der Familie die Qualität seines Lebens mit spinaler Muskelatrophie vom Typ 2 deutlich erhöht haben. 

Die stärksten Verbesserungen hat er nach der ersten Injektion bemerkt.

“Ich konnte mich von meinem Rücken auf die rechte Seite rollen. Das habe ich seit dem 6.Lebensjahr nicht mehr tun können", berichtet er.

In der Therapie noch am gleichen Tag gelang es ihm auch vom Rücken auf die linke Seite zu rollen.

Andere Verbesserungen betreffen mehr Kraft in seinen Armen, Händen, Handgelenken, Kopf, Hals und Kiefer. Weitere Fortschritte seien in den nächsten neun Monaten zu erwarten, so Kyle.

Die hinzugewonnene Kraft erlaubt Kyle nun beispielsweise eine Flasche Apfelsaft zu tragen, anstelle von nur leerer Tassen. Es erleichtert ihm auch das Essen, Schreiben und andere alltägliche Tätigkeiten.

Bei Kyle wurde eine genetische neuromuskuläre Krankheit diagnostiziert, die jene Teile seines Nervensystems betrifft, die für die gehirngesteuerte Muskelbewegung zuständig sind. Er konnte noch nie gehen oder nur zu krabbeln. Er sitzt seitdem er 18 Monate alt ist im Rollstuhl.

Bei seinem fünfeinhalbwöchigen Aufenthalt im Qingdao Cheng Yang Peoples Hospital in Qingdao (China) haben ihn seine Mutter und sein Bruder Andrew begleitet.

Typische Tage im Krankenhaus von Qingdao beeinhalteten zwei tägliche Physiotherapiebehandlungen, sowie Akupunktur - mit bis 17 Nadeln gleichzeitig - und Strahlentherapie.


Er erhielt die Stammzellen intravenös in einer Behandlungsgruppe mit anderen internationaler Patiente.

Die Stammzellen werden aus Nabelschnurblut gewonnen, das dreimal die Woche angeliefert wird. An einem Tag sahen die Knopes die Anlieferung der Stammzellen. Sie berichten, dass diese mit einem gepanzerten Lastwagen - bewacht von drei mit Maschinengewehren bewaffneten Sicherheitskräften - vorgenommen wurde.

Kyle und Penny stimmen darin überein, dass sie froh sind all die Mühen auf sich genommen haben, auch wenn der finanzielle Aufwand mit mehr als 30.000 US-Dollar zuzuüglich weiterer Aufwendungen zu Buche steht.

Sie überlegen in einigen Jahren einen zweiten Aufenthalt für weitere Injektionen.

Die Knopes trafen während ihres Aufenthaltes viele verschiedene Familien aus allen Teilen der USA, Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, England und anderen Ländern weltweit.
“It was like one big family,” Kyle said.

WIE ES FUNKTIONIERT

Stammzellen können zu jeder Zelle des Körpers werden, erklärt Kyle. Er weiß dies, da er acht Injektionen intravenös erhalten hat.

Beim Thema Stammzellen denkt man oftmals an die strittig diskutierten embryonalen Stammzellen, doch die Stammzellen, die Kyle erhielt stammen aus Nabelschnurblut.

wenn die Stammzellen in den Körper injiziert werden, teilt dieser den Zellen mit, zu welchen Zellen des Körpers sie werden sollen. Patienten lassen diese Art der Behandlung, die auch Kyle erhielt, aus vielen verschiedenen Gründen vornehmen. Oftmals waren es blinden Patienten, die sich im chinesischen Krankenhaus, in dem sich auch Kyle aufhielt, behandeln ließen. Vielen anderen Patienten fehlte der optische Nerv bzw. dieser war stark unterentwickelt. Sie leiden an der Optikushypoplasie.

Stammzellen können diese Probleme erkennen, bewegen sich umgehend dorthin und programmieren sich selbstständig, um das Problem zu lösen. Bei Patienten, denen der optische Nerv fehlt, bewegen sich die Stammzellen beispielsweise zu den Augen und formen dort den optischen Nerv, wie Kyle erklärt.

Diese Behandlung ist in den USA nicht erlaubt, da sie bislang nicht von Wissenschaftlern anerkannt wurde, was die Voraussetzung für eine Genehmigung der Bundesregierung ist, sagt Terry Devitt, Direktor für Forschungskommunikation an der University of Wisconsin-Madison (UW-Madison).

“Die Sicherheit und Effizienz (der Behandlung) muss noch von der Biomedizin der USA bestätigt werden", ergänzt er.

 

Verbesserung bei Mädchen aus East Troy


Nachdem ihre Tochter dank Stammzellbehandlung in China erhebliche Fortschritte gemacht hatte, entschied sich eine Familie aus East Troy (Wisconsin) dazu, in diesem Frühling eine zweite Reise nach China zu unternehmen.

Die 12jährige Brooke Barels aus East Troy erhielt während eines dreiwöchigen Aufenthalts im Xiaoshan Krankenhaus von Hangzhou (China) vier Injektionen mit Stammzellen, die aus Nabelschnurblut gewonnen wurden. Bereits 2007 hatte sie sechs Injektionen erhalten, wie ihre Mutter Vicki berichtet.

“Das hat ihre Heilung wirklich beschleunigt,” erinnert sich Vicki an die ersten Behandlungen. “Obwohl ihre Fortschritte normalerweise nur sehr langsam verlaufen, machte Brooke dank der Stammzellen einen deutlichen Sprung nach vorne.”

Brooke leidet an einem Glukose-Transport-Defizit (GLUT-1), einer spontan auftretenden Genmutation, die zu zerebraler Kinderlähmung und einer Verlangsamung der Gehirnentwicklung führt.

Nach ihrer ersten Behandlung konnte sie sich bereits mit Gehstöcken anstelle eines Gehwagens fortbewegen, ihre motorischen Fähigkeiten verbesserten sich und es waren auch konitive Verbesserungen zu sehen. Seit der Behandlung in diesem Frühling sind ihre Fähigkeiten deutlich beständiger geworden, auch wenn sie bislang keine neuen Verbesserungen gezeigt hat, wie ihre Mutter erklärt.

“Sie ist definitiv beständiger geworden, auch bei herausfordernden Dingen”, ergänzt Vicki.

Aus Sicht ihrer Mutter hat sich die zweite Reise nach China für Brooke gelohnt, auch wenn Vicki noch auf weitere Verbesserungen in den kommenden Monaten hofft. Die Behandlungen sind nun zweieinhalb Monate her, und es wurde ihnen gesagt, dass die meisten Verbesserungen zwischen dem zweiten und dem sechsten Monat eintreten sollten.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 28. Juli 2009 um 15:06 Uhr
 

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