Beike - Mitchell Pacis Drucken E-Mail
Autism
Donnerstag, 11. Mai 2006 um 22:37 Uhr

PATIENTENBERICHT – AUTISMUS

NAME: Mitchell Pacis

LAND: Australien

ALTER: 6 Jahre

DIAGOSE: leichter, Low-Functioning-Autismus

BEHANDLUNGSGRUND: Mitchell zeigte seit frühster Kindheit Anzeichen von Autismus. Seine Familie glaubt, dass der Auslöser für seinen Autismus eine akute Erkrankung nach seiner Geburt war. Diagnostiziert wurden Bronchiolitis, RSV-Virus und eine Infektion des rechten Ohres. Acht Stunden nachdem er das Krankenhaus nach der Geburt verlassen hatte, bemerkte seine Mutter, dass Mitchell Schwierigkeiten zu Atmen, eine laufende Nase und eine blaue Verfärbung seiner Lippen hatte. Die verschriebene Behandlung beinhaltete Sauerstofftherapie in einem Brutkasten für eine Woche. Mitchell wurde nach einem Monat entlassen.

BEGINN DER BEHANDLUNG: 6. April 2006

VOR DER BEHANDLUNG: Mitchell zeigte einen übermäßigen Hyperaktivismus für Kinder seines Alters. Er litt unter Verhaltensstörungen wie die Ausführung von monotonen Bewegungen und hatte eine ungewöhnlich kurze Konzentrationsspanne. Seine motorische und physische Entwicklung waren normal. Seine Sprachaufnahme war gut, jedoch sehr einfach. Er konnte Aufforderungen, wie beispielsweise eine Tasse zu holen oder Papier in den Mülleimer zu werfen, folgen. Aber er reagierte nicht sofort und verwechselte Sachen, die mit den Aufforderungen nicht in Verbindung standen oft bevor er seine Aufgabe beendete. Seine Ausdrucksweise war schlecht und er hatte ein stark eingeschränktes Vokabular (er beherrschte nur wenige Wörter wie „Mama“ und „Papa“). Mitchell konnte auch seine eigenen Bedürfnisse nicht ausdrücken, wie beispielsweise dass er auf die Toilette musste, und er konnte Schmerzen und Wünsche nicht kommunizieren. Augenkontakt konnte er nur für eine kurze Zeit aufrecht halten. Vorherig verschriebene Behandlungen beinhalteten: Verhaltenstherapien (unter anderem ABA (Applied Behavior Analysis) und PECS (Picture Exchange Communication System)), Sehübungen zur Verbesserung des Augenkontaktes, Sprechtherapie, Vitamin- und Chelat-Therapie und hyperbare Sauerstofftherapie.

Siehe Videos: Vorher1, Geschichte1, Danach1, Danach2, Danach3

NACH DER BEHANDLUNG (30. April 2006): Anfängliche Verbesserungen waren eine beachtliche Beschleunigung seiner Reaktionszeit. Hatte ihn vorher eine einfache Aufforderung 15 bis 20 Sekunden gekostet um zu reagieren, so antwortete er jetzt fast augenblicklich. Die Zeitdauer, in der er Augenkontakt hielt ohne sich unwohl zu fühlen, vergrößerte sich auch. Er zeigte ein größeres Selbstwahrnehmungsgefühl und ein größeres Wahrnehmungsbewusstsein seiner Außenwelt. Dies wurde darin sichtbar, dass er sich nun selbst zurückhielt bevor er sich unsozial verhielt. Er verbesserte zudem die Kontrolle seiner Toilettengänge.

Aktualisierung aus einer Email von Mitchells Eltern (4. Juni 2006): Uns geht es allen hier gut. Mitchells Wahrnehmung seiner Außenwelt ist besser geworden, dass zeigt sich jetzt dadurch, dass wenn ihm etwas nicht gefällt er rebelliert und er mehr Wörter sagen kann wie „go“ (gehen), „fix“ (reparieren) und „pooh“ (groß machen). Das sind alles Wörter, die ich ihn noch nie habe sagen hören, aber noch sagt er keine ganzen Sätze, außer diejenigen die er davor bereits kannte, wie „will nicht“. Seine spielerische Fähigkeit hat sich auch verbessert, er spielt jetzt mit seinem Spielzeug, wie Matchbox Autos und LKWs, und führt schon lange nicht mehr monotonen Bewegungen aus, wie beispielsweise stundenlanges Herumspringen. Mitchell bekommt im Moment strikte, intensive Einzeltherapie und wir versuchen die Geschwindigkeit seiner Bewusstseinswahrnehmung und seiner Konzentration zu messen und zu kontrollieren. Wir benutzen Facilitated Behaviour Thearapy (verhaltensfördernde Therapie) und ich versuche ein Video für ihn zu machen und es euch baldmöglichst zukommen zu lassen. Seine Verhaltensstörungen haben sich erheblich verbessert seit wir China besucht haben. Zum Beispiel schläft er nicht mehr bei uns im Bett (was eine große Erleichterung ist). Er tobt nicht mehr wild auf dem Sofa herum. Während wir essen kann er nun still im Stuhl sitzen bleiben und springt nicht mehr herum. Manchmal sehen wir ihn noch herumhüpfen wenn er etwas im Fernsehen sieht was ihm gefällt. Grundsätzlich scheint er sich nun sehr beruhigt zu haben und macht weniger monotone Bewegungen, allerdings sind wir von einer Genesung noch weit entfernt.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 04. Dezember 2008 um 15:45 Uhr
 

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